Das Potential von Werbung in Online-Games: Panel auf der GCO in Leipzig | Zurück

Laut einer aktuellen Studie des Hightech-Verbandes Bitkom spielt durchschnittlich jeder dritte Jugendliche und Erwachsene online – ein riesiges Potential für die werbetreibende Industrie. Über Werbung in digitalen Games debattierte Online-Vermarkter GAN Game Ad Net im Rahmen der Games Convention Online mit Marketing-Experten der drei Browsergame-Betreiber Upjers, Bigpoint und Travian. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Tobias Berlin, selbstständiger Berater in der Online-Entertainment-Branche.
GAN stellte verschiedene Werbemöglichkeiten im Gaming-Umfeld vor. Die drei Publisher berichteten von ihren Erfahrungen mit der Vermarktung von Werbeflächen und vertraten dabei sehr unterschiedliche Standpunkte. Das Fazit der Diskussion: Advertising kann in Kombination mit anderen Monetarisierungsmodellen eine lukrative Zusatz-Erlösquelle für Spielebetreiber sein. Für Werbetreibende sind Online-Games mit ihren hohen Reichweiten und breiten Zielgruppen ein attraktives Umfeld.
Die Meinungen der Panel-Teilnehmer im Überblick:
Sebastian Teuber, Leiter Marketing bei der Upjers GmbH:
Bei Upjers ist Advertising fester Bestandteil der Monetarisierungsstrategie. Die Werbeschaltungen auf Umfeldern wie Wurzelimperium.de bringen zusätzliche Erlöse. Anfangs mussten sich die Nutzer an Werbeeinblendungen gewöhnen. Ein Userschwund wurde jedoch nicht beobachtet, der KPI (= Key Performance Indicator) blieb konstant. Seiner Meinung nach ist Advertising eine gute Möglichkeit, auch nicht-zahlende Spieler zu monetarisieren.
Nils-Holger Henning, CCO bei der Bigpoint GmbH:
Bigpoint fährt eine andere Strategie und hat sich nach anfänglichen Versuchen gegen Advertising entschieden. Stattdessen nutzt der Browsergamebetreiber Werbeflächen, um seine eigenen Spiele zu bewerben. Dieses Konzept sei lukrativer als Fremdwerbung zu schalten und damit die Gefahr einzugehen, Spieler zu verprellen. Zudem seien die Umsätze mit Alternativmodellen wie dem Verkauf virtueller Güter (= Item Sales) und Premiummitgliedschaften so hoch, dass Bigpoint derzeit auf Vermarktung komplett verzichtet.
Martin Kreuzberg, Head of Marketing bei der Travian Games GmbH:
Travian Games war bei der Vermarktung von Werbeflächen bisher eher zurückhaltend. Für das Spiel Travian befindet sich der Publisher derzeit in Zusammenarbeit mit GAN in einer Testphase, bei der genau beobachtet wird, wie die Spieler-Community auf Werbung reagiert und ob sich der KPI negativ verändert. Bei der Tochterfirma Northworks, die den Fußball-Manager Golaunited.org betreibt, bietet Werbung seiner Meinung nach sogar einen emotionalen Mehrwert. So würde beispielsweise Werbung auf klickbare Trikots das Spiel noch realer wirken lassen.
Daniel Siegmund, Gründer und Geschäftsführer der GAN Game Ad Net GmbH:
Als spezialisierter Online-Vermarkter realisiert GAN für Kunden wie Coca-Cola, Beiersdorf oder Nokia erfolgreiche Kampagnen im Kontext Gaming. Die Herausforderung bei der Vermarktung bestehe darin, Vorteile für den Advertiser, Publisher und den Spieler zu schaffen. Der Content der Werbung müsse zur Zielgruppe passen und dürfe nicht den Spielverlauf stören. Bei innovativen Werbeformen, die in das Spielgeschehen eingebettet werden und dem Nutzer sogar einen spielerischen Mehrwert bieten, sei die Werbewahrnehmung und Kontaktqualität besonders hoch.
Beispiele für Werbemöglichkeiten in Online-Games:
- Standardisierte Display-Kampagnen
- Logout-Seiten
- Video-Interstitials
- Markeninszenierungen
- Content-Integrationen

„Werbung im Spielverlauf ohne Störfaktor“ am Beispiel Wurzelimperium.de von Upjers







